Mit dem neuen Wohnquartier an der Linden- und Eschenstraße soll ein neuer, generationenübergreifender Stadtbaustein geschaffen werden, der durch verschiedenste Wohnformen und Gebäudetypologien sowohl die bisherigen Stadtbewohner aber auch Neubürger anspricht. Der Fokus im Quartier liegt dabei auf einem besonderen gemeinschaftlichen Angebot – angefangen bei einem Quartierszentrum, einer Generationenwohnanlage und einer Gemeinschaftsgarage bis hin zu großen, gemeinsamen Frei- und Aufenthaltsflächen, die sich feinmaschig über das ganze Quartier ziehen könnten.

Die verkehrliche Erschließung des neuen Gebiets könnte über das bestehende Straßennetz erfolgen. Dabei würde die Eschenstraße soweit zurück gebaut werden, dass sie nur noch als Wohnweg zu verstehen ist, der vor allem von Norden als Zufahrt für die Anwohner dient. Die weiteren neuen Erschließungen wären allesamt als Wohnwege ausgestaltet, die den Bewohnern die Zufahrt zu den privaten Stellplätzen ermöglichen.

Das Quartier sollte sich in seiner Interpretation von privaten und öffentlichen Flächen dabei bewusst von den angrenzenden und sich derzeit in Aufsiedlung befindlichen Wohngebieten abheben – Straßen und Wege könnten nicht nur der reinen Erschließung und Parkierung dienen, sondern zu Wohnwegen mit Aufenthaltsqualität und Streifräumen für Kinder werden. Gemeinsame Spiel- und Platzflächen würden zu Treffpunkten für Jung und Alt.

Die Bebauung könnte insgesamt flächensparend und kompakt angelegt werden, aber dennoch auch private Gärten und Freisitze berücksichtigen. Durch die Wahl nachwachsender Baustoffe (Holzmodulbauweise mit Gründächern), einer gemeinsamen Wärmeversorgung und einem gemeinschaftlichen Mobilitätskonzept soll das Quartier zudem möglichst noch vielen Generationen die Aussicht auf ein nachhaltiges Zuhause bieten.

Die Wärmeversorgung würde im gesamten Gebiet über ein neues Fernwärmenetz nachhaltig geschaffen werden. Die Energieversorgung könnte durch die Ausrichtung der Gebäude zusätzlich individuell mit Solarenergie ergänzt werden. Durch die konsequente Dachbegrünung aller Flach- und auch der leicht geneigten Pultdächer könnte das anfallende Niederschlagswasser selbstgenutzt oder zeitverzögert an die Kanalisation weitergegeben werden.

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Auftraggeber Stadt Kirchberg an der Jagst
Verfahren Zweiphasige städtebaulich-architektonische Planungskonkurrenz  (5 Teilnehmer)
Ergebnis 2. Rang
Jahr 2018